Feuerpferd
Hallo !
Happy Lunar New Year!

Heute ist der Chinesische Neujahrstag und das Jahr des Feuerpferdes beginnt.

Der chinesische Kalender ist ein lunisolarer Kalender: Er richtet sich sowohl nach den Mondphasen als auch nach der Sonne, deshalb fällt das chinesische Neujahr jedes Jahr auf ein anderes Datum zwischen etwa 21. Januar und 21. Februar. Das neue Jahr beginnt am Neumond nach der Wintersonnenwende und leitet im traditionellen Verständnis den Frühling ein.
Dieser Kalender ist universell, d.h. er gilt weltweit und ist nicht auf Orte oder Regionen beschränkt.

Jedes Jahr ist einem der 12 Tierkreiszeichen (Ratte, Büffel, Tiger, Hase, Drache, Schlange, Pferd, Ziege, Affe, Hahn, Hund, Schwein) und zusätzlich einem der fünf Elemente (Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser) zugeordnet, wodurch jedes Jahr einen eigenen Charakter bekommt.

Doch 2026 ist laut der chinesischen Astrologie kein gewöhnliches Jahr. Mit dem Feuer-Pferd (丙午 – Bing Wu) erleben wir eine Zeit, in der sich das Feuer-Element verdoppelt: das Yang-Feuer und das Pferd, das selbst ein Feuer-Tier ist.
Diese Kombination nennt man in der chinesischen Metaphysik Fu-Yin – ein Verstärker, der alles intensiver macht: Freude und Mut genauso wie Konflikte und Überhitzung.
Die Konstellation Feuer-Pferd findet nur alle 60 Jahre statt.

Und das Feuerpferd startet rasant - gemäß seiner Energie: zum heutigen Neumond findet zudem eine Sonnenfinsternis statt – beides sind tiefgreifende astrologische Ereignisse, die für Neuanfänge und Wendepunkte stehen.

Um die Kräfte von „Pferd“ und „Feuer“ zu verstehen, benötigen wir jedoch keine Kenntnisse der chinesischen Metaphysik.

Schauen wir uns kurz die Energie des Pferdes an:

Die entfaltete Kraft des Pferdes ist pure Bewegungsenergie.
Hast Du schon einmal ein galoppierendes Pferd erlebt, dieses Tempo, die Geschmeidigkeit, diese Kraft, die Muskulatur und Sehnigkeit bewundert? Die Dynamik der Bewegungen, die Ausdauer, die Lauf - und Sprungkraft sind beeindruckend. Und gleichzeitig ist dieses Tier äußerst sensibel und reagiert sehr fein auf Geräusche.
Und es liebt die Freiheit, ist aber auch bereit zu Kooperation.
Das Pferd reagiert sehr direkt und unmittelbar auf das Geschehen.

Das Feuer ist ebenfalls eine starke, eine archaische Kraft.
Es brennt, verzehrt, glimmt, lodert, erhitzt und erwärmt. Feuer kann unruhig sein, sein unstetes Flackern kann nervös machen, sein Lodern kann beängstigen.
Brände lassen uns die Zerstörungskraft des Feuers spüren - eine Kraft, die nur noch bedingt kontrolliert werden kann, wenn wir nicht achtsam sind.
Aber Feuer ist auch Licht.
Es gilt als große Transformationsenergie (Phönix aus der Asche).
Waldbrände in Australien sind z.B. für das lokale Ökosystem von hohem Nutzen. (Viele Pflanzenarten, besonders Eukalyptus und Banksia, öffnen durch Hitze ihre Samenkapseln und keimen erst nach Feuer – es setzt so Samen für neuen Nachwuchs frei.)

Beide Kräfte zusammen ergeben eine immense Energieverdichtung.
Und sie kommen zusammen mit dem Yang, der aufsteigenden Kraft der Aktivität, der Dynamik, der Bewegung, der Expansion.

Während ich dies schreibe, vertieft sich in mir bereits der Eindruck dessen, was sich da bündelt und ich spüre diese Kraft.

Wenn Du magst, gehe einen Moment in die Stille und spüre einfach nur:
Pferd, Feuer, Yang.
Was zeigt sich Dir? Was fühlst Du?

Mein Herz beginnt zu klopfen, mir wird warm und ich beginne tiefer zu atmen, um diese Energieverdichtung in mir zu regulieren. Ich richte mich innerlich auf und spüre: um dieser äußeren Kraft zu begegnen, benötigt es auch eine eindeutige innere Kraft. Und ja: auch Mut und innere Klarheit.

Im kommenden Jahr werden wir also eine Bündelung und Expansion sehr großer Kräfte erfahren.
Wie wir wissen, werden diese Kräfte nicht nur in uns sondern auch um uns, kollektiv und global wirken.

Wir werden mit einem hohen Tempo konfrontiert sein und dazu es kann hitzig werden.
Entwicklungssprünge, ja sogar Dimensionssprünge werden stattfinden.
Vielleicht werden wir überfordert sein von der Schnelligkeit oder dem Gefühl, als würde uns „mächtig eingeheizt“.
Vielleicht begegnen wir großer Unruhe. Vielleicht werden wir das Gefühl haben, dass auf allen Ebenen gleichzeitig etwas geschieht, wenn diese gebündelten Energien gemeinsam „reiten“.

Eine starke Kraft wird sich entfalten und gemäß der Wirkkraft des Yang: sich ausdehnen.

Wie begegnen wir dieser Kraft, wie meistern wir sie?

„Widerstand ist zwecklos“.
Jeder Widerstand gegen eine natürliche Kraft kann diese verstärken und uns schwächen.
Wenn wir lernen, mit den Wirkkräften der Natur in Einklang zu sein, werden wir diese Energien bejahend, freudvoll und zuversichtlich empfangen.
Um ein Pferd zu reiten, braucht es Feingefühl, Respekt und die Fähigkeit, sich zu verbinden.
Gleichzeitig bedarf es auch spürender achtsamer Weisheit beim Umgang mit Yang-Feuer-Pferden.
Wir sollten kein Öl ins Feuer gießen! Wenn es um uns brenzlig wird, hitzige Diskussionen stattfinden, wenn es züngelt und knistert, Unruhe sich ausbreitet, können wir diesem mit innerer Gelassenheit und Ruhe begegnen.
Lassen wir uns nicht entfachen, wenn es um negative Entwicklungen geht.
Das starke Yang benötigt auch ein starkes Yin, die Kraft der Ruhe, der Besonnenheit.
Gibst Du einem lodernden Feuer noch Deine eigene Überhitzung dazu, kann es sich schnell zu einem Flächenbrand ausweiten.

Wenn unser inneres Feuer verbunden ist mit tiefer Ruhe und Vertrauen, dann kann unsere Herzkraft sich entfalten, dann kann unser Herzfeuer gleichmäßig brennen: für die Erneuerung unserer Gemeinschaften, unserer Denkweisen, unserer Kulturen.

Wir alle spüren, dass eine tiefgreifende globale Veränderung unmittelbar bevorsteht.

Das Feuerpferd-Jahr läutet eine neue Epoche ein, die 60 Jahre dauert.

Wir können uns unterstützen lassen von dem Tempo, das jetzt aufkommt.
Dazu braucht es auch Mut für diesen „wilden Ritt“.
Wir können uns von der Kraft der Elemente tragen lassen.

Mit Qigong-Übungen können wir immer wieder in den Ausgleich gelangen, die Elemente in uns pflegen. Wir können regenerieren und uns eine Insel sein - inmitten der Umwälzungen und Unruhen.

So empfangen wir das Feuer der Transformation mit Freude, Offenheit und im Vertrauen in die Bewegungen des Kosmos.

Und vielleicht können wir am Ende des Jahres staunend auf all die Veränderungen schauen und lächelnd sagen:

„Das Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der Pferde!“

Ich freue mich auf unsere gemeinsamen Erfahrungen in dieser besonderen Zeit!

Mögen alle Wesen glücklich sein!
Von Herzen:
Sabine
stilles qigong | tian ai qigong
Sabine Jakob
Hermann-Löns-Str. 12b
30952 Ronnenberg
Tel.: 05108 – 876 94 57
E-Mail: sabine@qigong-stille.de
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