Sternennebel
„Bewahre die Stille.
Nähre das Dunkle.
Das Neue bildet sich von selbst.“
(Merkspruch der Inneren Kultivierung)

Hallo !
herzlich willkommen im Neuen Jahr!

Ich hoffe, Du hattest eine zumeist harmonische Zeit allein oder mit Deinen Lieben.
Konntest Du innehalten und auf das gelebte Leben, Dein Werden und Wachsen im letzten Jahr zurückschauen?
Dich selbst darin betrachten? Deine „großen Momente“, Dein Blühen und Lebendigsein, noch einmal spüren?
Und auch die Herausforderungen, die Anstrengungen würdigen?
Was hat Dich zum Wachsen gebracht? Welche Bedingungen waren hilfreich, unterstützend? Was hat Dich spürbar geschwächt oder Deine Energie blockiert?
Bist Du innerlich bereit, Dich weiter zu bewegen in das, was kommt?
Oder spürst Du das tiefe Bedürfnis, weiter ausruhen zu wollen?

Mit dem Übergang in das Neue Jahr vollziehen wir ein Ritual.

Ein Wechsel – orientiert an der Wintersonnenwende. Etwas Altes ist zu Ende gegangen, und mit der Geburt des Lichts beginnt ein neuer Wachstumszyklus.

Das Ende einer Wandlungsphase - eingeläutet durch das Fallen der Blätter im Herbst – hat uns in die Stille des Winters geführt, in den Rückzug der Kraft in die inneren Erdbereiche, in ein großes Sinken, die Zeit des Ausruhens und Sich-Sammelns.
Wir schauen zurück und lernen für das Zukünftige: Was haben wir gesät, was ist aufgegangen, was kam zur Blüte, was ist zur Frucht gereift?
Und sie führt zur leisen Frage: Was will im Neuen Jahr wachsen? Was benötigen wir, um uns weiter zu entwickeln?

Wir stehen wir am Beginn eines neuen Zyklus’. Das Licht nimmt wieder zu, nährt uns und bildet die Grundlage neuen Lebens.
Doch die erste Phase dieses Wachsens ist unsichtbar. Wie ein Samen, der in der Erde ruht – verborgen, geschützt, und doch voller Potential.

In dieser Ruhe beginnen die inneren Prozesse der Wandlung. Der Samen ist verdichtete Energie, die sich anreichern möchte.

Dafür braucht es gute Bedingungen: Stille, Schutz, Rückzug, das Bewahren der inneren Ordnung.
Nur so kann sich die Kraft sammeln, ohne gestört zu werden.

Du kannst Dir diesen Samen auch wie einen Embryo vorstellen: zunächst kaum sichtbar, aus Licht, Energie und Bewusstsein. Unter achtsamen Bedingungen beginnt er zu wachsen, sich zu verdichten, sich zu entfalten.
Wir wissen, wie fragil die ersten Monate einer Schwangerschaft sind – wie sehr sie Ruhe, Stabilität und Schutz benötigen, damit sich die nächsten Entwicklungsphasen in ihrer eigenen Ordnung anschließen können.

So ist auch diese erste Phase des neuen Jahres zu verstehen.

Es geht darum, durch Achtsamkeit, Ruhe und das Bewahren der Stille die bestmöglichen Bedingungen für unser inneres Werden zu schaffen.
Denn die Bündelung der Kraft im Inneren ist die Grundlage dessen, was später sichtbar wachsen kann.
Unsere Achtsamkeit, Liebe und Fürsorge nähren diesen Prozess.
Alles ist nun nach innen gerichtet: es gibt nichts Wichtigeres als dieses Samenkorn. Verstreuen wir unsere Energie zu früh im Außen, fehlt sie diesem inneren Reifen.

Jetzt geht es um das Bewahren, nicht um Verausgabung.
Um Sammlung, nicht um Aktion.

Auf diese Weise behüten wir unsere Lebenskraft – unser Qi – mit Weisheit.

Aus dieser Ruhe heraus beginnt sich die Kraft allmählich zu stabilisieren und zu stärken.
In der Ruhe liegt die Kraft.

Erst dann keimt der Samen, sucht seinen Weg zum Licht. Im Frühling kann er aus der Dunkelheit der Erde auftauchen und sein Potential entfalten – die zweite Phase des Wachstums.

Das Neue Jahr beginnt daher nicht mit Tempo, Aktionismus oder großen Vorhaben im Außen.
Die Kraft dafür entsteht erst Schritt für Schritt – aus der Tiefe.

Mit der Nieren-Qigong-Übung können wir diese Wachstumsphase unterstützen, indem wir Ruhe und Stille in uns pflegen, bewahren und anreichern.
Wir errichten in uns das Fundament für das Neue - ein neues Jahr Wachstum, Entwicklung, Entfaltung und Erblühen, Fruchtbarkeit und Ernte.

Beste Bedingungen: Viel Schlaf. Innere Ruhe. Muße. Sanftheit. Stille.
Ruhige Spaziergänge in der Natur helfen uns, ihr Ausruhen in uns aufzunehmen und zu lernen, wie Rückzug und inneres Verweilen möglich sind.

Schätzen wir diese Zeit nicht gering, nur weil das, was geschieht, noch unsichtbar ist oder weil das Außen laut ruft.
Diese „ersten drei Monate“ unseres inneren Werdens sind kostbar und von großer Bedeutung.

Lassen wir uns Zeit.
Atmen wir nach innen.
Behüten wir unser inneres Licht.
Spüren wir den inneren Embryo in uns.
Pflegen wir unsere Lebensenergie achtsam, zärtlich und liebevoll.
Verweilen wir in Langsamkeit, in stiller Freude und tiefer Verbundenheit mit uns selbst.

Wenn es an der Zeit ist, beginnt die Kraft in uns von selbst aufzusteigen, wir stecken den Kopf aus unseren Winterhöhlen, bereit für die nächste Wandlungsphase.

Danke, dass wir diesen Weg gemeinsam gehen.
Ich freue mich auf ein neues Jahr des gemeinsamen Wachsens und Werdens.
Möge die Praxis des Qigong uns tiefer in das Verständnis der Wirkkräfte des Lebens führen.
Möge sich Weisheit anreichern.
Möge sich unser Bewusstsein öffnen.
Mögen alle Wesen glücklich sein.
Von Herzen:
Sabine
stilles qigong | tian ai qigong
Sabine Jakob
Hermann-Löns-Str. 12b
30952 Ronnenberg
Tel.: 05108 – 876 94 57
E-Mail: sabine@qigong-stille.de
www.qigong-stille.de
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